Geschichte

Als Hans Fisser, Präsident der Karnevalsgesellschaft „Zum Scherbelberg" und Theodor van Willich, Präsident der Karnevalsgesellschaft „Zur Ziethe" am Dienstag, dem 02. März 1954 mit ihren Elferräten zum ersten großen Köthener Karnevalszug antraten, wurde der Schlachtruf KU-KA-KÖ geboren.
Im Rahmen der Leistungsschau der örtlichen Wirtschaft, die vom 27.02.-07.03.1954 stattfand, hatte man sich entschlossen, zwar noch mit getrennten Kappensitzungen in den Sälen am Halleschen Tor und am Hubertus aber bereits mit einem gemeinsamen Rosenmontagszug die Vereinigung zu einer Karnevalsgesellschaft herbeizuführen. Dieser Vereinigungstermin, somit der Tag der Gründung der Ersten Köthener Karnevalsgesellschaft 1954, ließ sich lange leider nicht eindeutig ermitteln. Die Senioren des Vereins gingen davon aus, dass die eigentliche Vereinsgründung zwischen Aschermittwoch und 11.11. 1954 stattgefunden haben muss. Denn man war sich einig, unter dem Vereinswappen mit den drei Silben KUKAKÖ bereits den 11. November 1954 gefeiert zu haben.
Präsident der Ersten Köthener Karnevalsgesellschaft 1954 wurde der Rundfunkmechanikermeister Hans Fisser. In seinem Elferrat saßen überwiegend Handwerker und andere Mittelständler. Einer der verschiedenen Rheinländer dieses Gremiums war der in Köln aufgewachsene Fleischermeister Michel Kirchmeyer, welcher Mitglied der Kölner Karnevalsgesellschaft Sr. Tollität Luftflotte von 1926 war.
Die Uniform von Hans Fisser und der Aufbau seines Vereins lassen darauf schließen, dass verschiedene Elemente der Ersten KKG 1954 der „Luftflotte" angelehnt wurden. Beispielsweise sind die Vereinsfarben ebenso blau/weiß, wie die „Kolbenringe" an den Ärmeln des Präsidenten und die Gründung eines Tanzkorps entlehnt erscheinen.
Der Kölner Partnerverein besuchte 1955, 1956 und 1957 Köthen und feierte grandiose Auftritte insbesondere des Tanzkorps, der Büttenredner und des Präsidenten Erich Schwender gemeinsam mit den Akteuren der KUKAKÖ, wie bereits seit 1955 der Volksmund die Erste Köthener Karnevalsgesellschaft kurzerhand liebevoll nach ihrem Schlachtruf nannte.
KUKAKÖ entwickelte sich weiter. Der Rat der Stadt bildete zusammen mit dem Verein einen Karnevalsausschuss im Rathaus, der die Organisation und Koordination des närrischen Treibens in Köthen, vor allem des Rosenmontagszuges, zur Aufgabe hatte.
Der Umzug 1955 lockte Volksmassen auf die Straße, wie es nie zuvor für möglich gehalten worden war. Alle Teilnehmer am Zug konnten sich vorab bei der Handwerkskammer mit ihren Wagen usw. anmelden.
Die Umzüge in den 50er Jahren wurden grundsätzlich nachmittags am Rosenmontag abgehalten. In mehreren Geschäften wurde der blaue Punkt (die Rosenmontagsplakette) verkauft, die am Abend am Anschluss an den Zug zum freien Eintritt in sämtlichen Köthener Gaststätten berechtigte, in denen die Gastronomen in angemessener Dekoration Karnevalsprogrammpunkte aufführen ließen.
1956 wurde das KUKAKÖ Tanzkorps, dass erste in seiner Art in der DDR, gegründet. Unser langjähriger Ehrenpräsident Rudi Schneider war damals einer der Tänzer.

Ebenfalls wurde 1956 am VEB Förderanlagenbau Köthen die Kulturgruppe Karneval „fk - dicke da" ins Leben gerufen. Man führte mitunter gemeinsam mit KUKAKÖ Sitzungen durch und pflegte eine gute Zusammenarbeit. Der erste Präsident bei „fk dicke da" wurde Toni Lindlar - ein kurzer „Dienstweg", war er doch ebenfalls bei KUKAKÖ im Elferrat.
Langsam aber sicher wuchs in der Stadtverwaltung und in der SED-Kreisleitung der Unmut über die Unregierbarkeit dieses KUKAKÖ-Mittelstandskarnevals, der zur Volksbewegung geworden war.
Man begann mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten, den Umzug von Rosenmontag auf den Sonntag vorziehen zu wollen. In der Hoffnung, dass die Zuschauerzahlen gravierend zurückgehen, wenn der freie Sonntag Veranstaltungstag wäre und nicht der montägliche Arbeitstag. Diesen Streitereien fiel der Rosenmontagszug 1957 zum Opfer. Es gab dann 1958 einen letzen Zug, er konnte aber nicht mehr an die legendären Massen von 1955 und 1956 anknüpfen.
Im Winter 1958/59, so wird überliefert, sollen razziaähnliche Steuertiefenprüfungen verschiedenen Elferräten angedroht worden sein, um dem Verein wirtschaftlich das Rückgrat zu brechen. Denn das Hauptproblem für die Obrigkeit stellte die finanzielle Unabhängigkeit der KUKAKÖ dar, für die die Unterstützung der Handwerker und Gewerbetreibenden, im damaligen, wie man heute sagen würde, „Sponsorenpool", entscheidend war.
Der Plan ging auf. Im Zusammenhang mit weiteren Repressalien, Bezug nehmend auf den V. Parteitag der SED, wie weiterer Verstaatlichung privater Unternehmen, packten verschiedene Elferräte über Nacht die Koffer und gingen in den Westen, so u.a. Michel Kirchmeyer.
Kurz nach dem Rosenmontagszug 1958 wurde auf einer Saalveranstaltung den Aktiven bekannt gegeben, dass KUKAKÖ mit sofortiger Wirkung aufgelöst ist.
1959 wurde am Rosenmontag, wie zwei Jahre zuvor schon einmal, KUKAKÖ bzw. der Umzug mit einem großen Sarg durch die Innenstadt zu Grabe getragen...
Und diesmal wirklich für über 30 Jahre...
Der Gastronom Volker Pabst suchte im Spätherbst 1991 für seine Faschingsveranstaltung am 29. Februar 1992 ein paar Programmpunkte und landete mit diesem Vorhaben beim Elferrat der damaligen Technischen Hochschule Köthen und dessen Programmchef, Ronald Mormann.
Rudi Schneider, der im Hochschulfasching über 30 Jahre für die Lichttechnik verantwortlich zeichnete, erkannte die Gelegenheit und infizierte ihn binnen kürzester Zeit mit der KUKAKÖ-Idee. Und so fanden sich einige närrische Interessenten zusammen und planten eine Karnevalsveranstaltung im Saal Osterköthen. Es ging damals in erster Linie darum, ein durchgestaltetes Karnevalsprogramm zur Aufführung zu bringen. In der außerordentlich kurzen Vorbereitungszeit von nur 3 Wochen wurde die Idee geboren, die Traditionen der alten KUKAKÖ wieder zu beleben. Es formierte sich aus dem kurzzeitig existierendem „Köthener Narrenku(h)ratorium", Teilen des Förderanlagenbaufaschings "fk dicke da" und Mitgliedern des Elferrates der Technischen Hochschule eine Gesellschaft, die den Versuch wagte, an die Erfolge der „Erste Köthener Karnevalsgesellschaft 1954" anzuknüpfen.
Am 29. Februar 1992 fand die öffentliche Gründungsprunksitzung im Saal Osterköthen statt.
Die KUKAKÖ war wiedergeboren! Die Gründungsversammlung der 1. Köthener Karnevalsgesellschaft 1954 e.V. erfolgte am 07.03. im Bertolt-Brecht-Club in Köthen. Ronald Mormann wurde Präsident. Weitere Gründungsmitglieder, die heute noch als Leistungsträger im Verein aktiv sind, sind E.-Bodo Elze, Hella Leschinsky und Volker Pabst.
Eine der ersten strategischen Entscheidungen war die Besetzung des Elferrates nicht mit Aktiven, sondern mit Sponsoren, die in namhaften Umfang den finanziellen Grundstock des Vereins bildeten und damit an der Tradition der Gründerväter festhielten. Volker Pabst und Ronald Mormann akquirierten die 11 Unternehmer.
Das damalige Stadtoberhaupt Rainer Elze übernahm die Schirmherrschaft über den Verein.
Bewegend der Empfang, den die Köthener uns am 11.11.1992 bereiteten, als KUKAKÖ nach 34 Jahren zum ersten Mal wieder auf die Straße ging. Rentnerinnen banden uns Blumensträuße an den Wagen und so manche Träne floss in Erinnerung an jene, die das Wiedererwachen von KU KA KÖ nicht mehr miterleben konnten. In unserem damaligen Vereinslokal, dem Bertolt-Brecht-Club, wurden die Ideen geschmiedet.
Bereits 1993 gaben wir wieder eine Rosenmontagszeitung für die Köthener Haushalte heraus und am 22. Februar 1993 fand der erste KUKAKöthener Rosenmontagszug nach 35 Jahren statt. Der Verein „war wieder hier in seinem Revier..." und er war sich „sicher, wieder zu Hause zu sein...", wie es in einer Passage in einem Lied von Marius Müller-Westernhagen lautete.
Die Entwicklung der Gesellschaft verlief rasant und die Mitgliederzahl stieg stetig.
Am Elferratsstammtisch wurden die selbst auferlegten Werbebeschränkungen im Rosenmontagszug beklagt und wir kamen überein, als zusätzliche Werbeplattform ein Sommerfest zu veranstalten. So erfanden wir 1993 das Kuhfest, welches heute als Stadtfest das bedeutendste Sommerfest ist und weit über die Stadtgrenzen hinaus strahlt. Im gleichen Jahr erschlossen wir die zweite Sponsorenebene, den Senat.
Bedeutende Köthener Unternehmen, wie bspw. die Stadtwerke, Köthener Fleisch- und Wurstwaren, alteingesessene Meisterbetriebe, wie Augenoptik Werndl, aber auch Einzelpersonen, wie Oberbürgermeister Rainer Elze oder Landrat Ulf Schindler, waren die ersten Senatoren, die vom Geschäftskonto oder auch aus dem privaten Portemonnaie, das Geld zur Verfügung stellten, was den weiteren Aufstieg beförderte.
Das Jahr 1993 war ein Jahr des Powerplays. Wir veranstalteten ein Frühlingsfest im Garten des Bertolt-Brecht-Clubs. Die erste Familienfahrt nach Vatterode fand statt. Nach dem Kuhfest ging's im Oktober nach Tschechien nach Vrbno' und anschließend führten wir als erster Veranstalter in Köthen ein Oktoberfest durch. Im Handstreich bauten wir innerhalb von 4 Wochen Räume im ehemaligen Kindergarten „Spatzennest" um und feierten in „eigenen" Räumen dort Silvester. Hurra, wir hatten eine Vereinsheimstätte mit Probenräumen, Lagerkapazitäten etc.!
Ebenfalls in 1993 wurde unsere Freundschaft mit unserer Partnerstadt Wattrelos in Frankreich begründet. Im April eines jeden Jahres fuhren wir bis 2012 zum Europäischen Karnevalsfestival und verbanden dies immer mit attraktiven Tagesreisezielen, die von Wattrelos erreichbar sind. So waren wir gemeinsam in Paris, Brüssel, Amsterdam, Canterbury, London, Eurodisney, Asterixpark, Luxemburg u.u.u.
Erlebnisse, die niemand missen möchte und die ohne Unterstützung der Stadt Köthen, der Stadt Wattrelos sowie von Sponsoren und Zuzahlung des Einzelnen nicht sozial verträglich finanzierbar gewesen wären. 1995 besiegelten wir mit der Musikgruppe La Band' As aus Wattrelos einen Freundschaftsvertrag und freuen uns immer wieder auf die Teilnahme unserer Freunde an unserem Rosenmontagszug. Heute versuchen wir, jährliche Besuche wechselseitig in Wattrelos/Köthen aufrecht zu erhalten.
KUKAKÖthen entwickelte sich systematisch wieder zu der Karnevalshochburg in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus, die es in den 50er Jahren schon einmal war.
Mit 15.584 Teilnehmern tanzten wir uns am Rosenmontag 1996 mit einem Walzermedley ins Guiness-Buch der Rekorde, das damals in 40 Sprachen in 37 Ländern erschien.
1996 war unser Mietvertrag für unser Vereinsobjekt „Spatzennest" ausgelaufen und unsere allerletzte Verlängerung lief 1997 ab.
Mit dem Erbbaurecht für das Objekt Wallstraße 22 würdigten die Stadträte und -verwaltung weitblickend das jahrelange ehrenamtliche Engagement und das immer erkennbare Bemühen der KUKAKÖ, über den vereinsmeiernden Tellerrand hinaus unsere Stadt und die Region populär zu machen. Wir zogen dort ein und eine Odyssee des Umbauens begann, die dann aber mit der konzeptionellen „Verweigerungsmentalität" des Arbeitsamtes und versagten Fördermöglichkeiten im Jahr 1999 ihren Höhepunkt und somit auch Schlusspunkt fand. Der Erbbaurechtsvertrag wurde rückabgewickelt.
Die Stadträte widmeten Investitionsmittel, die uns für die Wallstraße bewilligt und von uns nicht angetastet waren, auf den Spezialumbau eines Tanzraumes in der ehemaligen Lutzeklinik um und wir zogen als Mieter der Wohnungsgesellschaft Ende des Jahres 2000 dort in der Springstraße 28 ein. Bis heute sind wir der Stadt und der Wohnungsgesellschaft für diese Heimstätte sehr dankbar. Ebenso gebührt der Köthener Brauerei, die seit 1998 unser Hauptsponsor ist, Dank für die Ausstattung unserer Räume. Dieses Vereinscenter war jeden Tag in der Woche mit Proben und Training frequentiert und aus unserem Vereinsleben nicht wegzudenken.
Wenn wir uns jahrelang systematisch um die Medien bemüht haben, dann begann insbesondere die Vision, den Rosenmontagszug live übertragen zu bekommen, 1998 Gestalt anzunehmen. Truck Service Köthen baute uns in dem Jahr einen professionellen Prunkwagen, der mit Zugmaschine stolze 23 m auf die Straße bringt und unser KUKAKÖthen in Miniatur darstellt.
Ministerpräsident Dr. Reinhard Höppner war einer unserer ersten Fahrgäste und fuhr in den 3 Umzügen, für die er die Schirmherrschaft übernahm, mit dem Elferrat beschwingt durch die Straßen.
So erreichten wir 1999 das Ziel, für das wir jahrelang belächelt, mitunter sogar verlacht wurden, wir brachten den Zug live und europaweit im mdr-Fernsehen unter und mittlerweile ist es Tradition und erscheint vielen als selbstverständlich.
Der Stolz ist aber immer noch sehr berechtigt, handelt es sich doch um den größten Rosenmontagszug Ostdeutschlands.
Aber so ist das mit den Visionen: Nur wer welche hat, wird auch etwas erreichen...
Als wir 1995 den ersten Senatsball veranstalteten und ein hier bis dato nie dagewesenes Gesellschaftsniveau für diesen Abend zum Dogma erklärten, unterstellte man uns Abgehobenheit. In diesem Jahr haben wir ihn zum 21. Mal durchgeführt und es gibt für diesen Köthener Unternehmerball mit Gesellschaftscharakter keinerlei Konkurrenz.
Wenn 1992 die Gründungsversammlung 23 Teilnehmer ausweist und wir heute rund 330 Mitglieder in Bestand haben, können wir mit Fug und Recht davon ausgehen, dass wir der mitgliederstärkste Karnevalsverein Ostdeutschlands sind. Wir haben ein Durchschnittsalter von ca. 32 Jahren und keine nennenswerten Nachwuchsprobleme. Rund 120 Kinder und Jugendliche sind bei uns aktiv.
Von ganzjährigem Trainingsbetrieb über das Vereinskinderferienlager an der Ostsee bis hin zu extrem günstigen Mitgliedsbeiträgen, insbesondere für den Jugendbereich, tun wir dafür außerordentlich viel.
Nachdem wir in der Session 2003/2004 unser 50. Gründungsjubiläum mit verschiedensten Festivitäten gefeiert hatten, nahmen sich Ehrenpräsident R. Schneider und der Sohn des Gründungspräsidenten von 1954, Jens Fisser, vor, sämtliche alten Tonbänder von Hans Fisser aus den 50er Jahren zu sichten, um vielleicht doch ein Indiz für das Gründungsdatum des Vereins zu finden. In mühevoller Kleinarbeit wurden sie im Sommer 2004 fündig und fanden ein Band, auf welchem der damalige Präsident am 11.11.1954 mit einem O-Ton zu hören ist.
 „... wir haben es wahr gemacht, wir haben am 28. Oktober 1954 die Erste Köthener Karnevalsgesellschaft gegründet...“ Endlich war auch dieses Rätsel geklärt. (Mittlerweile ist uns eine Rosenmontagszeitung aus dem Jahr 1955 vererbt worden, die das Datum bestätigt.)
Wir feierten auf der Köthener Bowlingbahn in der Museumsgasse am 28. Oktober 2004 mit allen Mitgliedern und Sponsoren unseren 50. Geburtstag.

Ende des Jahres 2004 fasste der Vorstand den Beschluss, das Problem unserer dezentralen Lagerstätten anzugehen. Bei diversen Mitgliedern privat oder auf Firmengrundstücken, im Bereich der Lutzeklinik oder des Köthener Flugplatzes lagerten entsprechende Mengen an Dekoration, Technik, Fahrzeuge, Material etc., unübersichtlich, logistisch schwer zu händeln und kaum vernünftig versicherbar.

Wir begannen auf der einen Seite finanzielle Rücklagen zu bilden und auf der anderen Seite systematisch nach einer passenden Immobilie zu suchen, wo unsere Außenläger vereint werden könnten.
Ende 2005 wurde unser Schatzmeister, Rechtsanwalt Berthold Habekuß, in der Joachimiallee mit dem Betriebsgrundstück der ehemaligen Heizungstechnik Köthen GmbH fündig. Nach komplizierten Verhandlungen mit den Eigentümern unterschrieben wir im Mai 2006 den Kaufvertrag über ein bebautes Grundstück von rund 3.000 m² in der Köthener Innenstadt. Neben einem Werkstattgebäude, mehreren PKW- und 4 LKW-Garagen, war das Grundstück mit einem 2etagigen Verwaltungsgebäude bebaut. Wir hatten somit nicht nur unser Lagerproblem gelöst, sondern auch ein Gebäude erworben, welches sich zu einem geräumigen Vereinsheim eignete. Für uns stand von vorn herein fest, dass es Jahre dauern würde, bis dieses bis dato größte Investitionsvorhaben in der Vereinsgeschichte seinen Abschluss finden würde.
Ehrenpräsident Rudolf Schneider spendete dem Verein aus seinem Privatvermögen 25.000,00 €. Diese Summe war zwar nicht für den Kauf oder die Sanierung von grundsätzlicher Bedeutung, sie half aber sehr, früher „klotzen statt kleckern“ zu können. Dafür gebührt unserem Rudi allerhöchste Anerkennung. Unsere Rücklagen, das Engagement unserer Sponsoren, tausende ehrenamtliche Arbeitsstunden unserer Mitglieder und Freunde, sowie die hohe Motivation aller, unser eigenes Zuhause zu schaffen, trieb uns an.
Allein am größten Einzelarbeitseinsatz in der Vereinsgeschichte am 23.09.2006 nahmen 178 Vereinsmitglieder teil und entrümpelten mit 10 x 10 m³-Containern das Grundstück. Am 18.11.2007 zog der Verein in das vereinseigene Objekt „Joachimiallee“ (liebevoll „Joe“ genannt) um. Bis Mai 2009 wurde noch weiter gebaut, betoniert, gemalert etc. Dann waren wir fertig.
Heute besitzt KUKAKÖ in der Joachimiallee neben jeder Menge Lagerkapazitäten u.a. einen Tanz- und Veranstaltungssaal mit Schankbereich für 80 Personen, Küche, Beratungs- und Tagungsräume, Dekoräume, Tonstudio, Kostümfundus, Gästezimmer und natürlich die Zimmer für den Vorstand und den Vereinssitz. Das „Joe“ ist unsere Heimstätte, auf die wir sehr stolz sind.
Von 2004 bis einschließlich 2009 gelang es uns, 6 mal die mdr-Fernsehproduktion „Überraschend närrisches Sachsen-Anhalt“ als Best of des Karneval Landesverbandes in unserem Stammhaus „dem Bürgerhaus am Markt“, oder kurz Theater, nach Köthen zu holen. Der mdr fand hier beste Produktionsbedingungen und viele KUKAKÖ-Aktive traten jahrelang in dieser europaweit ausgestrahlten Unterhaltungssendung auf. Auch viele kleine und kleinere Karnevalsvereine unseres Bundeslandes kamen bei uns erstmalig mit dem Fernsehen in Kontakt.

Durch die Schließung und den späteren Abriss dieser Spielstätte verlor KUKAKÖthen diese Produktion. Einmal wurde noch in Weißenfels gedreht und dann fiel das Projekt dem Rotstift zum Opfer. Wir Beteiligten hatten jedenfalls immer viel Spaß und es war uns eine Ehre, den Karnevalisten und dem mdr ein professioneller Gastgeber zu sein. Völlig unabhängig von der Freude, die die örtliche Hotelerie und Gastronomie am Umsatz von hunderten Bühnenakteuren und Technikern hatte.
Natürlich fokussiert sich jedes Jahr allergrößtes Interesse auf den KUKAKÖthener Rosenmontagszug, welcher nach wie vor vom mdr-Fernsehen europaweit live übertragen wird. Kein anderes Ereignis im Kalender der Region hat ein vergleichbar großes mediales wiederkehrendes Podium. Nicht nur die KUKAKÖ-Familie klopft sich dafür auf die Schulter, denn ohne die vielen Teilnehmer und Zuschauer aus dem ganzen Land wäre es nicht der größte Rosenmontagszug Ostdeutschlands!
Nachdem wir seit 1993 alljährlich beim Europäischen Karnevalsfestival in Wattrelos präsent sind, haben wir  2009 eine Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Kontinent begonnen. Der deutsche Karneval der Windhoeker Karnevalsgesellschaft WIKA in Namibia wurde von uns 2009 mit einer 7köpfigen Delegation für 60 Stunden und 2010 mit einer 25köpfigen Delegation über 2 Wochen besucht.
Im Sommer 2010 hatte Vizepräsident E.-Bodo Elze das Archiv des Vereins von Ehrenpräsident Rudi Schneider übernommen. Über 2.500 Zeitungsartikel gehören dazu.
Wichtige Film- und Tondokumente unseres Schaffens lagern fast ausschließlich auf Festplatten feuer- und diebstahlsicher in unseren Schließfächern der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld für die Nachwelt.
Im Oktober des Jahres 2011, wenige Wochen vor unserem 57. Gründungsjubiläums, ging unser Ehrenpräsident Rudi Schneider für immer von uns. Die Trauerfeier für ihn in der Köthener Friedhofskapelle gehörte zum Bewegendsten, dass KUKAKÖ jemals zu organisieren hatte. Zur Melodie „Ich hatt einen Kameraden“ intonierten die Ziethebäpers als langjährige Weggefährten ihren eigens für Rudi geschriebenen Text. Der Vorstand, der Elferrat, mehrere Senatoren und viele Aktive gaben unserem Ehrenpräsidenten am 28. Oktober 2011, dem 57. Gründungstag des Vereins, das letzte Geleit.
Nachdem KUKAKÖ 1994 Mitglied des Karneval Landesverbandes Sachsen-Anhalt und Mitglied des Bundes Deutscher Karneval geworden war, führten wir im Jahre 2003 das Präsidententreffen und die Jahreshauptversammlung mit Präsidentenwahl in Köthen im Theater durch. Das Personalkonzept von Ronald Mormann wurde mit klaren Verantwortlichkeiten angenommen, der Generationswechsel im Landesverband eingeleitet. Mormann wurde Vizepräsident des Landesverbandes und KUKAKÖ einer der Leistungsträger unter den Mitgliedsvereinen, der damals alle Angebote, Werkstätten und Meisterschaften des KLV wahrnahm.
2009 führten wir erstmals das von uns initiierte G5-Gipfeltreffen der ostdeutschen Karneval Landesverbandspräsidien im neu geschaffenen Veranstaltungszentrum im Schloss Köthen durch, welches fortan auch die offizielle Spielstätte der KUKAKÖ wurde.
Ebenfalls im Jahre 2009 entwickelte Ronald Mormann das Konzept für die Landesgala des KLV im Maritim Magdeburg, welche am 15. Januar 2010 unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer stattfand.
Nach 10 Jahren als Vizepräsident, in denen Ronald Mormann dem Landesverband insbesondere wirtschaftlich maßgeblich geprägt hatte, gab er das Amt auf und die Präsidenten der Mitgliedsvereine wählten ihn mit überwältigender Mehrheit zu ihrem Ehrenmitglied. Als letzte Amtshandlung für den Verband initiierte er den seit 2014 in der Staatskanzlei in Magdeburg stattfindenden Empfang des Ministerpräsidenten.
Aus den Händen von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff erhielt er 2014 seine Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied des Karneval Landesverbandes Sachsen-Anhalt. Aber auch die KUKAKÖ-Vorstände Berthold Habekuß und Patrick Lange haben jahrelang einerseits als Rechtsbeistand und andererseits als der Fotograf  des Landesverbandes Köthener Know How ehrenamtlich zur Verfügung gestellt.
2011 verstärkten wir die konzeptionellen Bemühungen, den Vorstand breiter aufzustellen und auch Nachfolgeregelungen zu erarbeiten.
Am 24. März 2012 war es dann soweit:
Aus Anlass seines Dienstjubiläums „20 Jahre Präsident“ übergab Ronald Mormann auf einer großen Jubiläumsgala in Anwesenheit des Präsidenten des Bund Deutscher Karneval, Volker Wagner, das Steuerrad der Kommandobrücke von KUKAKÖ an seinen Wunschnachfolger Patrick Lange.
Präsident Lange, seit vielen Jahren als Aktiver des Vereins auf und hinter der Bühne, jahrelanger Senator, sowie Fachleiter und folgerichtig seit Januar 2012 im Elferrat Mitglied, war seit 2009 im Vorstand u.a. auf diese Aufgabe vorbereitet worden.
Heute führt Patrick Lange einen fünfköpfigen Vorstand, in welchem Vizepräsident E.-Bodo Elze und Schatzmeister Berthold Habekuß seit 2001, Andreas Bösener seit 2011 (Facility, Security) und Ronald Mormann seit 1992, gestandene Frontleute ihrer Resorts sind. Ronald Mormann bekleidet seit 2012 das Amt des Senatspräsidenten und steht der 75köpfigen Sponsorenfamilie vor.
Die Vorstände halten monatlich eine Sitzung und jährlich bis zu 2 Wochenendklausuren ab.
Die mittlere Leitungsebene von KUKAKÖ sind die Fachleiter und die Übungsleiter. Diese rund 20 Personen halten an jedem ersten Mittwoch im Monat ihre Fachleitersitzung unter Leitung des Präsidenten  und Teilnahme des Vizepräsidenten, sowie einmal im Jahr eine Wochenendklausur ab.
Im Vorstand und in der Fachleiterebene sind ein hoher Vernetzungsgrad, was Protokollerfüllungsstände und terminliche Fristsetzungen angeht, seit vielen Jahren Normalität, welche bei uns ausschließlich Ehrenamtlern ein entsprechend leistungsfähiges und leistungsbereites Engagement voraussetzt. Hier ist KUKAKÖ seit vielen Jahren in einer Professionalität aufgestellt, die nicht nur unserer Dimension gerecht wird, sondern eine entscheidende Ursache dafür darstellt.
Ende 2012 hat der Vorstand in Zusammenarbeit mit unserer Hausbank, der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld, welche seit 2008 unser Hauptsponsor ist, ein Mehrfamilienhaus mit 7 Wohnungen erworben. Aufgrund günstiger Marktzinsen war es an der Zeit, zu handeln. Wir wissen sehr genau, welche Betriebskosten unser Vereinsheim p.a. verursacht. 6 Tage Trainingsbetrieb pro Woche mit mehreren Gruppen haben halt ihren Preis.
Um die permanenten Kostensteigerungen unabhängig von unserer Mitgliedsbeitragsentwicklung kompensieren zu können, wollen wir ab Mitte der 2020er Jahre nach dem wir den Kredit refinanziert haben, die Mieteinnahmen an unserem Mietshaus nutzen. Denn wir bekommen keinerlei Betriebskostenzuschüsse und möchten uns auch in 10 oder 20 Jahren weiterhin günstige Mitgliedsbeiträge leisten können, sodass niemals der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, ob Kinder bei uns dabei sein können.
In diesem Jahr feiert unser Köthen sein 900jähriges Stadtjubiläum. Höhepunkt ist das Landesfest, der Sachsen-Anhalt-Tag. Wir freuen uns auf die vielen Gäste, die wir in unserem KUKAKÖthen willkommen heißen können.
KUKAKÖ steht 6 mal im Programmheft. Wir treten auf 3 Bühnen auf, sind mit unserem Fanshop und unserem rollenden Rathaus auf dem Brauhausplatz, sowie in der Straße der Geschichten mit Ausstellungselementen vertreten.
Natürlich ist der Umzug unsere Domäne. KUKAKÖ wird mit 5 Festwagen und 130 Aktiven den Erwartungen vieler Gäste gerecht. So wie man das erwarten kann.
Wir freuen uns, dass Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff nicht nur in den letzten Jahren die Schirmherrschaft des KUKAKÖthener Rosenmontagszuges übernommen und dies auch für 2016 bereits zugesagt hat.
Wir freuen uns insbesondere, dass wir gerade bei diesem Landesfest bei uns den Mitgliedern der Landesregierung und weiterer politischer Prominenz, welche seit Jahren bei unserem Rosenmontagszug in Köthen präsent sind, bestätigen können:
KUKAKÖthen kann Sachsen-Anhalt-Tag! KUKAKÖ kann Umzug!
Unser Verein war an allen 18 bisherigen Sachsen-Anhalt-Tagen beteiligt.
Herzlich Willkommen zum Heimspiel!

Der Vorstand
Köthen, im Mai 2015